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Soziale Spaltungen

Eng verknüpft mit dem speziellen Faschismus, den der Kapitalismus das Kapital zwischen Eigentümern und Besietzern erzeugt findet sich bei positivem Zins das Phänomen der sozialen Spaltung. Es mag überraschen, doch dieses soziale Muster dient der Stabilität des Prozesses. Hier verarbeite ich zunächst ein Paper von Eva

Der Titel sagt es schon, es geht um die Einteilung eines Ganzen in zwei komplementäre Teile.

Wenn man das Einteilungsprinzip auf soziale Gruppen überträgt, dann erhält man z.b. Privilegierte und nicht Privilegierte, Bourgeoisie und Proletariat, Adel und Klerus auf der einen Seite, Bauern auf der anderen usw..

In den pyramidal organisierten Gesellschaftsformen, die der Kapitalismus, also das Zinsennehmen verursacht, ist die Unterteilung, die Ungleichheit, das Ergebnis der Unterscheidung von Netto-Zinsnehmern und Netto-Zinsgebern.

In welche der beiden komplementären Kategorien ein Mensch fällt, hängt von der Größe seines gegen Zins verleihbaren Eigentums ab. Der Eigentümer bekommt den Zins, der oder die Besitzer zahlen ihn direkt über Kreditzinsen, Mieten, Pachten, Konzessionen oder Lizenzgebühren oder indirekt über zu niedrige Löhne oder den Kapitalkostenanteil in den Konsumpreisen.

Wenn man also nicht selbständig beschäftigt ist oder wenn man konsumiert, zahlt man indirekt Zins an diejenigen, die ihr Geld verleihen und den Zins also nehmen.

Es ist in allen kapitalistischen Gesellschaften möglich, diese Trennlinie zu ziehen, die Gesellschaft also in zwei Klassen zu unterteilen.

Das Zinsennehmen erzeugt einen sozialen Prozess, durch den die Ungleichheit innerhalb des Währungsraumes immer weiter zunimmt. Wer hat, dem wird noch gegeben, und wer wenig hat und borgen muss, dem wird das Wenige was er hat auch noch genommen.

Wenn innerhalb des Währungsraumes die Ungleichheit nicht weiter zunehmen kann, weil die Menschen an der Basis der Pyramide an der Existenzgrenze leben, dann muss das Akkumulationsgebiet für das Zinsennehmen erweitert werden. Dieser Expansionprozess heißt Kolonialisierung oder Globalisierung.

Wenn die Expansion in benachbarte Territorien nicht in dem Maße möglich ist, wie das Kapital im Inland wächst und in dem das Kapital Zinsforderungen an die in den Pyramiden weiter unten Stehenden stellt, dann kann die innere soziale Stabilität nur dadurch gewährleistet werden, dass man das Prinzip der Sklaverei, der Leibeigenschaft und letztendlich auch vor dem Gesetz des Staates unterschiedliche soziale Gruppen einführt.

Die Möglichkeiten in einem solchen System der scharfen Trennung von sozialen Gruppen in Privilegierte und nicht Privilegierte, Schulden zu verteilen sind dann einfacher gegeben:

Man gibt einfach den Sklaven die Schuld und lässt sie härter arbeiten, damit ihre Herren die Zinsen an die noch weiter über ihnen stehenden zahlen können.

Teile und herrsche, divide et impera ist die geflügelte Bezeichnung auch für dieses Phänomen, das der Zins hervorbringt.

Querverweise auf 'Soziale Spaltungen'