$ \def\tr{\text{tr}} \def\diff{d} \def\medspace{\enspace} \def\mathbi{\mathbf} \def\euro{€} \def\dollar{\$} \def\textnormal{\text} \def\textrm{\text} \newcommand\norm[1]{\left\lVert{#1}\right\rVert} $
6. Februar 2016

Email an presse@bundesbank.de - Bargeldabschaffung

Sehr geehrter Herr Dr. Weidmann,

es ist schon erstaunlich, wie gut sich das Verhalten aller Beteiligten in dieser Zeit der Umkehrung des Zins[+]-Vorzeichens aus der Theorie ableiten lässt. Insbesondere diejenigen, welche bisher vom positiven Vorzeichen profitiert haben, die relativ zu den Deutschen jetzt nur noch eine kleine Minderheit ist, verhalten sich ganz so, wie man es nur als Psychodrama bezeichnen kann.

In meinen Augen ähnelt Ihre allergische teilweise hysterische[+] Haltung gegenüber jedem Schritt in Richtung Negativzinswirtschaft, die sich wohl aus dem Zusammenbruch Ihrer Weltanschauung ableitet, sehr der Haltung vieler reicher Briten, z.B. auch der David Camerons.

Ich denke, Sie sind alt und klug genug, insbesondere auch analytisch begabt, sowie fähig zum ganzheitlichen Denken, dass Sie erkennen können, dass dieser Zwischenschritt der Bargeldabschaffung erst der Anfang ist und nun mal die einfachste Lösung.

Statt sich zu widersetzen, sollten Sie sich lieber überlegen, wie Sie konstruktiv sowohl für die Erhaltung des Bargelds, wenn Ihnen das dann so hoch ist, als auch für die Einführung einer Negativzinswirtschaft einstehen können. Die Scheine einzeln zu tracken, damit sie abzinsen können, würde letztendlich auf das Gleiche hinauslaufen. Überwachung.

Ja nun: Fürchten Sie sich vor Gott?

Ihre Vernunft[+] sollte nicht darauf beruhen, dass eine immer kleiner werdende Minderheit eine immer größer werdende Schafherde hält und sich diese Herde der Vernunft[+] dieser kleinere Minderheit unterordnen soll. Sie kennen ja die Zins-Etagen in der Vermögenspyramide.

Setzen Sie sich hin und gehen Sie ins Zentrum des Kapitalismus[+]. Verstehen Sie, dass negative Zinsen[+] ab 2016 profitabel und vernünftig[+] sind.

Es ist absoluter Irrsinn zu glauben, dass die einseitige Störung der goldenen Regel immer zugunsten desjenigen, der schon Eigentum[+] hat in einer vernetzen Welt dauerhaft funktionieren kann. Versuchen Sie als hard-core Kapitalist mal eine Liebespartnerin zu finden, die es auf Ewigkeiten aushält, dass immer nur von ihr genommen wird!

Das können Sie vergessen.

Der „Zins[+]-Säugling“ wird irgendwann abgestillt, und das passiert jetzt!

Begreifen Sie endlich, dass Kapitalismus[+] schwere Schäden an Geist und Umwelt verursacht. Wir müssen dieses abartige Monopoly-Spiel (die Reise nach Jerusalem, oder auch ex pluribus unum) beenden - sofort!

Vernunft[+] ist nicht absolut, immer und ewig mit sofortigem Profit (Zins[+]) gleichsetzbar (Zeitpräferenz) - kapieren Sie das doch endlich!

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Tim Deutschmann

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