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8. Juli 2018

Jungs werden gerettet, die Mädchen interessieren niemanden!

Wieder finde ich hier ein Fall der zivilisationstypischen Doppelmoral: Die Welt fiebert der Errettung von Jungen aus einer Höhle nach hat aber an der Errettung von Mädchen gar kein Interesse. Es wird kein Aufwand gescheut, sich irgendwie an der Errettung dieser jungen Menschen zu beteiligen. Ist der Grund einfach, dass es eine Fußballmannschaft ist oder dass es eine besonders interessante Notsituation ist, die man wunderbar profitabel beschreiben kann und womit man Leser und Publikum aquirieren kann?

Was aber ist mit den vielen jungen Mädchen in den Ländern Thailands, Vietnams, Kambodias, usw.. Südasiens, die in den Bordellen der großen touristischen Zentren auf Freier der ersten und zweiten Welt warten? Sie leben auch in Höhlen, werden dort regelrecht gefangen gehalten und ausgebeutet. Niemand interessiert sich für sie, noch nicht einmal der König oder die „Elite“ des jeweiligen Landes.

Was muss geschehen, damit die Welt begreift, dass es da hunderttausende junge Menschen gibt, die auf ihre Rettung warten? Ist nicht auch das edle Hochhalten der Errettung ein Selbstbetrug, der darüber hinwegtäuschen soll, dass wir in Wahrheit gar kein Interesse daran haben, hunderttausende jungen Menschen aus ihrer Lage zu retten?

Karte von Südasien.

Der erste Schritt ist wohl, dass man akzeptiert, dass man diese Doppelmoral in sich trägt. Mann weiß schon selbst recht gut, was richtig und was falsch ist, doch oft sieht man sich diesen Dingen hilflos gegenüber, weiß nicht, wie man das Übel los wird, es erscheint einem unmöglich.

Wodurch entsteht es?

Wenn die Kapitalmärkte dieser Länder Südasiens offen sind, dann werden die Länder der ersten Welt, die ihre Geldmarktzinsen ins Negative drücken, die sozialen Milieus (die Höhlen der Mädchen) auflösen, in denen die Ausbeutung geschieht.

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