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20. November 2018

Eine Erinnerung, wie jede* ein* Erleuchtete* werden kann

Manche sagen, dass der, der die Bibel richtig auszulegen wüsste, den Schlüssel zur Welt hat. Ich denke, dass es umgekehrt auch richtig ist. Wer den Schlüssel zum Verständnis der Welt hat, der kann auch die Bibel auslegen. Diesen Schlüssel hat jede*, d* begreifen kann, welche Bedeutung und Wirkung das Zinsvorzeichen hat.

Ich habe einen Teil davon gelernt durch die vielen Aufklärungsvideos auf youtube, und ich habe meinen Teil dazu beigetragen, indem ich meine eigenen logischen Folgerungen angestellt habe.

Leider ist heute wie damals die Erklärung und Erläuterung der mit dem Zinsvorzeichen verbundenen Phänomene kompliziert. Wer es versteht, das Erkannte in Metaphern und Bilder zu packen, die die Menschen verstehen, der kann das Wissen transportieren. Man kann auch direkt von Zinsen sprechen, doch ist das für viele leider einfach zu abstrakt. Die meisten wissen nicht, wie der Zins ihr ganzes Sein bestimmt hat.

Das Paradebeispiel für die Aufklärung der Menschen steht im Kapitel 13 des Matthäus Evangeliums, und man findet einen Teil dieser Texte auch im 4. Kapitel von Markus. Ich gebe hier meine Auslegung dieser Passage, um zu unterstreichen, welche Bedeutung die Verbreitung des Wissens über die andere, systematisch unterdrückte Hälfte unserer Wirklichkeit und Realität hat.

In der Textpassage ist Jesus mit den Eingeweihten (die „Erleuchteten”, die „Jünger”) unterwegs und redet zu Nicht-Aufgeklärten. Der Sämann ist einer, der aufgeklärtes Wissen sät und Jesus erklärt, was mit dem Samen geschieht (Vom Sämann). Das „Wort vom Reich” ist Jesu Vision vom Himmelreich, das Buddha 500 Jahre vor ihm als Nirvana bezeichnet hat, das Mohammed mit dem Wort Islam verknüpft hat, Karl Marx mit Kommunismus, Silvio Gesell mit dem Wort Freiwirtschaft, Niklas Luhmann mit dem Begriff „Soziales System”, Charles Eisenstein mit dem Begriff geheiligte Ökonomie und die jüdischen Mystiker mit dem Begriff „die kommende Welt”.

in Matthäus Kapitel 13 ist auch von einer Gegenaufklärung die Rede! Vgl. dazu Rainer Mausfeld: „Wir leben in Zeiten einer Gegenaufklärung.”

Vom Sämann (Matthäus - Kapitel 13)

  1. An demselben Tage ging Jesus aus dem Hause und setzte sich an das Meer.
  2. Und es versammelte sich viel Volks zu ihm, also daß er in das Schiff trat und saß, und alles Volk stand am Ufer.
  3. Und er redete zu ihnen mancherlei durch Gleichnisse und sprach: Siehe, es ging ein Säemann aus, zu säen.
  4. Und indem er säte, fiel etliches an den Weg; da kamen die Vögel und fraßen's auf.
  5. Etliches fiel in das Steinige, wo es nicht viel Erde hatte; und ging bald auf, darum daß es nicht tiefe Erde hatte.
  6. Als aber die Sonne aufging, verwelkte es, und dieweil es nicht Wurzel hatte, ward es dürre.
  7. Etliches fiel unter die Dornen; und die Dornen wuchsen auf und erstickten's.
  8. Etliches fiel auf gutes Land und trug Frucht, etliches hundertfältig, etliches sechzigfältig, etliches dreißigfältig.
  9. Wer Ohren hat zu hören, der höre!

In den Versen 1-9 beschreibt Jesus, wie er selbst umhergeht und das Wissen sät und wie es aufgenommen wird. Er sagt, dass es 4 Menschentypen gebe, die sich darin unterscheiden, wie sie mit dem Wort von dem Reich, also der Beschreibung der Realität, die aus der Anwendung des Prinzips Lukas 6:35 („Tue Gutes und leihe aus, ohne etwas zurück zu erwarten”, Übersetzung von H.A. Menge), also dem Negativzins, folgt, umgehen.

Die 4 Typen:

Im darauffolgenden Text erklärt Jesus, warum er überhaupt in Gleichnissen spricht. Der Grund ist die fehlende Bildung. Es wurde damals wie heute darauf geachtet, dass die Menschen den kritischen Bereich zur Funktionsweise des Systems nicht begreifen können. Ihnen fehlen Begriffe und sie sind sprachlich ungeübt. Wir kennen es ja, dass „die Reichen” (um im Klischee zu sprechen) über eine ausreichende Versiertheit und Bildung in Finanzthemen verfügen, während man darauf achtet, dass die Armen diesbezüglich im Dunkeln bleiben.

Die Unwissenheit der großen Masse ist damals wie heute so groß, dass sie weder zuhören noch zusehen möchten, wenn da einer anfängt, von den Themen im Zentrum der Zivilisation zu sprechen. Man vergleiche dazu:

und den Artikel vom 9.10.2018 über den Begriff der Latenz.

Vom Sinn der Gleichnisse

  1. Und die Jünger traten zu ihm und sprachen: Warum redest du zu ihnen durch Gleichnisse?
  2. Er antwortete und sprach: Euch ist es gegeben, daß ihr das Geheimnis des Himmelreichs verstehet; diesen aber ist es nicht gegeben. (1. Korinther 2.10)
  3. Denn wer da hat, dem wird gegeben, daß er die Fülle habe; wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen was er hat. (Matthäus 25.28-29) (Markus 4.25) (Lukas 8.18)
  4. Darum rede ich zu ihnen durch Gleichnisse. Denn mit sehenden Augen sehen sie nicht, und mit hörenden Ohren hören sie nicht; denn sie verstehen es nicht. (5. Mose 29.3) (Johannes 16.25)
  5. Und über ihnen wird die Weissagung Jesaja's erfüllt, die da sagt: "Mit den Ohren werdet ihr hören, und werdet es nicht verstehen; und mit sehenden Augen werdet ihr sehen, und werdet es nicht verstehen.
  6. Denn dieses Volkes Herz ist verstockt, und ihre Ohren hören übel, und ihre Augen schlummern, auf daß sie nicht dermaleinst mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren, daß ich ihnen hülfe." (Johannes 9.39)
  7. Aber selig sind eure Augen, daß sie sehen, und eure Ohren, daß sie hören. (Lukas 10.23-24)
  8. Wahrlich ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben begehrt zu sehen, was ihr sehet, und haben's nicht gesehen, und zu hören, was ihr höret, und haben's nicht gehört. (1. Petrus 1.10)

Die Deutung des Gleichnisses vom Sämann

Im Folgenden bitten ihn die Eingeweihten, das von ihm verwendete Bild (das Gleichnis vom Sämann) zu übersetzen, es also zu deuten und auszulegen.

  1. So hört nun ihr dieses Gleichnis von dem Säemann:
  2. Wenn jemand das Wort von dem Reich hört und nicht versteht, so kommt der Arge und reißt hinweg, was da gesät ist in sein Herz; und das ist der, bei welchem an dem Wege gesät ist.
  3. Das aber auf das Steinige gesät ist, das ist, wenn jemand das Wort hört und es alsbald aufnimmt mit Freuden;
  4. aber er hat nicht Wurzel in sich, sondern ist wetterwendisch; wenn sich Trübsal und Verfolgung erhebt um des Wortes willen, so ärgert er sich alsbald.
  5. Das aber unter die Dornen gesät ist, das ist, wenn jemand das Wort hört, und die Sorge dieser Welt und der Betrug des Reichtums erstickt das Wort, und er bringt nicht Frucht. (Matthäus 6.19) (1. Timotheus 6.9)
  6. Das aber in das gute Land gesät ist, das ist, wenn jemand das Wort hört und versteht es und dann auch Frucht bringt; und etlicher trägt hundertfältig, etlicher aber sechzigfältig, etlicher dreißigfältig.
Er erklärt also, warum das Wissen, das Wort vom Reich (vom Himmelreich, von der Negativzins-Ökonomie, der Ökonomie des Islam, dem Kommunismus, der Freiwirtschaft, der kommenden Welt, usw...) bei den 4 Typen nicht verfängt:

Vom Unkraut unter dem Weizen

Es gibt neben den Aufklärern noch Vertreter der Gegenaufklärung. Das sind diese ganzen Typen, die zwar das System kritisieren, aber nicht vom Zins reden. Die ganz Frechen und Dreisten unter ihnen behaupten, dass der Negativzins das Problem sei. Wehe den armen Schafen, die das glauben und nicht selbst denken wollen.

Die Gegenaufklärer sind die Argen (Vers 19) und sie bedrängen die Menschen, die am Aufwachen sind (Vers 21):

  1. Er legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte.
  2. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut zwischen den Weizen und ging davon.
  3. Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut.
  4. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut?
  5. Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind getan. Da sagten die Knechte: Willst du das wir hingehen und es ausjäten?
  6. Er sprach: Nein! auf daß ihr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausjätet.
  7. Lasset beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und um der Ernte Zeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheuer. (Matthäus 3.12) (Matthäus 15.13) (Offenbarung 14.15)

Über Nacht tun die Argen, die Bösen, die Unkraut-Säer, die Demagogen, ihr Werk und verbreiten die Gegenpropaganda, hetzen gegen die Verantwortlichen, verdrehen Tatsachen, lügen, dass sich die Balken biegen und verbreiten eine Pogrom- und Umsturzstimmung, obwohl das Gute bereits sichtbar wird.

Jesus sagte, dass man das schlechte Wissen, das Unkraut, stehen lassen soll bis zum Ende der Tage (die sog. „Endzeit”, die Zeit der Ernte, siehe III. Band vom Kapital von Karl Marx, Fall der Profitrate auf unter 0%, was in diesen Tagen geschieht, denn das Wachstum ist unter 0% gefallen!).

Dann soll man das Gute vom Schlechten trennen. Ich halte das Netzwerkdurchsetzungsgesetz und Zensurmaßnahmen, die in diese Richtung laufen für das, was mit den „Schnittern” verbunden werden kann.

Der Feuerofen: der sogenannte Index, also eine Liste zensierter Hetzpamphlete und Lügenschriften, (Kopp&Co), Bücherverbrennung, etc... aber auch die gesellschaftliche Ächtung von Demagogen. Die Unkraut-Säer halten Vorträge und sind gut vernetzt.

Zeitindex 1:17:00: Auf die Frage aus dem Publikum, wie man sich für das Anliegen mehr Gehör verschaffen kann: „[lacht] Es gibt die Politiker, die das verstehen ... in allen Parteien ... aber ich werde jetzt keinen Namen nennen, weil, ... ich spreche mit vielen Politikern, auf allen, ... auf allen Levels ... nur wenn ich da anfange, Namen zu nennen, dann werden die nicht mehr mit mir reden, also, das kann ich nicht machen... ähhmm ... es gibt einige, die bekannt sind, ... [...] sie sind eine kleine Minderheit in den Parteien.“. Wir haben eine Verschwörung der wissenden Bösen gegen die Unwissenden.

Der Trick des Framings (Einrahmung der Diskurse) dieser kleinen Minderheit besteht darin, dass sie innerhalb der Parteien die finanzpolitischen Themen für sich reserviert haben. Das ist innerhalb der Arbeitsteilung in Parteien so üblich und wird auch in der Regel nicht hinterfragt. Dass der Verantwortliche für Finanzthemen ein ideologisches Problem hat, wird dadurch nicht innerhalb der Partei problematisiert, sondern spiegelt sich letztendlich in einer Abwahl der Partei.Von negativen Zinsen wollen die Experten für finanzpolitische Themen nichts wissen. Stattdessen beten sie die orthodoxe Volkswirtschaftslehre vor.

Die Bedeutung der Gleichnisse

  1. Solches alles redete Jesus durch Gleichnisse zu dem Volk, und ohne Gleichnis redete er nicht zu ihnen, (Markus 4.33-34)
  2. auf das erfüllet würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Ich will meinen Mund auftun in Gleichnissen und will aussprechen die Heimlichkeiten von Anfang der Welt.

Die Deutung des Gleichnisses vom Unkraut

  1. Da ließ Jesus das Volk von sich und kam heim. Und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: Deute uns das Geheimnis vom Unkraut auf dem Acker.
  2. Er antwortete und sprach zu ihnen: Des Menschen Sohn ist's, der da Guten Samen sät.
  3. Der Acker ist die Welt. Der gute Same sind die Kinder des Reiches. Das Unkraut sind die Kinder der Bosheit. (Johannes 8.44) (1. Korinther 3.9)
  4. Der Feind, der sie sät, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende der Welt. Die Schnitter sind die Engel.
  5. Gleichwie man nun das Unkraut ausjätet und mit Feuer verbrennt, so wird's auch am Ende dieser Welt gehen:
  6. des Menschen Sohn wird seine Engel senden; und sie werden sammeln aus seinem Reich alle Ärgernisse und die da unrecht tun, (Matthäus 25.31)
  7. und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird sein Heulen und Zähneklappen.
  8. Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich. Wer Ohren hat zu hören, der höre! (Daniel 12.3)
Der Vater, der Herr, das ist der Kapitalismus, das Zinsnehmen desjenigen, der schon hat.

Ich sehe in 2018 überhaupt keinen Grund, warum immer nur der Sohn die Welt retten soll. Die Töchter können auch denken und sprechen. Deswegen übersetze ich die Verse 42 bis 43 wie folgt:

  1. des Menschen Kind wird seine Engel senden; und sie werden sammeln aus seinem Reich alle Ärgernisse und die da unrecht tun, (Matthäus 25.31)
  2. und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird sein Heulen und Zähneklappen.
  3. Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in der post-kapitalistischen Welt.
Sapere aude - Auf sie mit Gebrüll!

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