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26. November 2018

E-Mail an Kollegin Daniela Dahn

Sehr geehrte Frau Dahn,

neulich las ich Ihren Artikel zur Trennung unterschiedlicher Eigentumsbegriffe. Ich danke Ihnen für die klaren Worte, muss Sie aber dazu auffordern, noch etwas tiefer zu graben, um an „des Pudels Kern“ vorzudringen.

Ein zentraler Begriff ist in Ihrem Artikel die Verfügungsgewalt über die Sache. Ich frage mich, warum Sie da nicht einen Brückenschlag hinein in das kollektive Dunkel („Was ist und wie funktioniert Kapitalismus[+]?”, Luhmann[+] nennt das Dunkel Latenz[+], siehe Eintrag vom 09.10.2018) gemacht haben, wo Sie doch schon alle Begriffe so schön parat hatten.

Das zentrale über 6.000 Jahre alte Prinzip seit der Entstehung der „Welt” ist der Verkauf von Verfügungsrechten an Sachen gegen Zins[+]. Der Nutzer und Besitzer[+] der Sache zahlt Zins[+] an den Eigentümer[+]. Zusammen mit dem Schutz des Eigentum[+]s und der Grundregel pacta sunt servanda[+] (§ 241 BGB[+]) entsteht daraus der Prozess, den wir seit einigen hundert Jahren Kapitalismus[+] nennen, der aber auch nur der neumodische Name der Zins[+]nahme des Menschen vom Menschen ist.

Wenn Sie diesen Punkt etwas schärfer beleuchten würden, fiele Ihnen die Beantwortung der Frage, wie die Linken[+] zu einen sind leichter. Nach meiner Einschätzung geschieht die Vergemeinschaftung der Kapitale auf einem vollkommen gewaltfreien Weg: werden die Geldmarktzinsen negativ, sinken mit der Zeit auch alle anderen Leihkapitalzinsen. Zu dem Zeitpunkt, ab dem alle Leihkapitalzinsen unter 0% gefallen sind, ist zumindest das Leihkapital vergemeinschaftet.

Ich frage mich also, ob es nicht noch einen anderen Weg in Richtung Ausgleich der gesellschaftlichen Verhältnisse gibt. Meine These hierzu ist: Ausgleich der gesellschaftlichen Verhältnisse geschieht durch die Förderung des Aufbaus privaten Eigentum[+]s mit Hilfe negativer Geldmarktzinsen.

Besuchen Sie gerne einmal meine Seite. Ich denke, wir verstehen uns.

Mit freundlichen Grüßen,

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