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13. Dezember 2019

Wie koordiniert man den Schwarm?

Die Ereignisse seit dem SPD Parteitag zusammenfassend will ich hier einige Dinge sortieren, die latent nach (Ein-) Ordnung rufen. Sie betreffen das Zusammenspiel von Finanz- und Geldpolitik und das Gleichgewicht von marktwirtschaftlicher und zentralverwaltungswirtschaftlicher Politik vor dem Hintergrund der sich in der Gegenwart stellenden Aufgaben und Umwandlungsprozesse.

Als Analogie-Vehikel für die Beschreibung dient mir dabei parallele im Vergleich zu sequentieller Bearbeitung von Programmen.

Sequentielle oder parallele Führung?

Am Anfang des 21. Jahrhunderts kamen immer mehr zentrale Recheneinheiten (CPUs) auf, die nicht mehr nur, wie seit dem Übergang vom 286 zum 386, zu echtem gegenüber software-seitig emuliertem, präemptivem Multitasking in der Lage waren, sondern auch über mehrere Prozessorkerne verfügten. Seit etwa 10 Jahren hat sich diese Entwicklung intensiviert: moderne Grafikkartenhersteller haben mit der Markteinführung von GPUs und der dies begleitenden Einführung der Standards CUDA (closed source) und OpenCL (open source) die massiv-parallele Bearbeitung von Rechenaufgaben für persönliche Computer (PCs) zugänglich gemacht, und es verbleiben wohl keine Zweifel mehr, dass die Zukunft parallel ist.

Es hat sich also in der Computertechnologie ein Wandel weg von zentralen sequentiellen hin zu dezentralen parallelen Architekturen vollzogen, und Programmierer vor großen Rechenaufgaben müssen sich mit allem auskennen, was das Multithreading an Forderungen stellt, insbesondere die Synchronisation, also die Koordinierung der Verteilung und Bewältigung der Aufgaben und die Verhinderung von Verklemmungen (englisch Deadlocks). Mit dieser Problematik verwandt sind außerhalb der Soziologie folgende Begriffe:

Das Wissen über die Koordinierung von Rechenaufgaben in der IT ist nahezu vollständig auf soziale „Rechenaufgaben” übertragbar, doch ist es nicht das einzig verfügbare Bild. Auch die Beschreibung der sozialen Organisation und des Schwarmverhaltens von Ameisen- oder Bienenstaaten bietet übertragbare Muster. Die Koordinierung dort läuft über Pheromone, die die gleiche Funktion haben, wie im Gehirn die Neurotransmitter. Im Allgemeinen heißen die koordinierenden Substanzen Botenstoffe.

Es geht mir hier, um es direkt zu sagen, um das, was man als Führung im Allgemeinen bezeichnet. Zentrale Führung bedeutet sequentielle Bearbeitung von sich stellenden Aufgaben, parallele Führung die gleichzeitige und dezentrale Abarbeitung. Zentrale Führung ist i.d.R. hierarchisch, während „dezentrale Führung” heterarchisch, also quasi „organisch“, aber an sich (fast) eine logische Paradoxie ist, die nur schwach über ein zentrales Ziel des Ganzen enttautologisiert wird: In einer Heterarchie ist das Handeln der Teile des Ganzen (die griechische Silbe tem, tim, tom findet sich in den Worten System und Atom, ein System ist ein aus Teilen zusammengesetztes Ganzes und Atome sind (chemisch) unteilbare Entitäten) immer noch das Mittel zu einem einzigen, gemeinsamen Zweck des Ganzen, doch wird den Teilen des Ganzen dazu maximale Autonomie gewährt, so dass das sich gegenüber einer Hierarchie stellende organisatorische Problem, wie bei parallelen Rechnerarchitekturen auch, die Koordinierung der Handlungen ist.

Holger Koschek, Rolf Drähter, zwei Vertreter des Systems von Foerster (1911-2002) zum Begriff der Heterarchie.
Ich bin sicher, dass die Systemtheorie diese Thematik schon seit Langem hinreichend beschreibt und dass wir nun, angesichts der Entwicklungen in der Geldpolitik, an der Schwelle zur Praxis stehen.

Peter Kruse (1955-2015) zur Frage: Wie baue ich ein soziales Gehirn?

Doch warum zwingen uns die Umstände zu diesem Phasenübergang, und durch was wird er ermöglicht?

Zentralverwaltungswirtschaft vs. Marktwirtschaft

Das Grundgesetz bevorzugt, gesichert durch die gängige Auslegung des Artikel 2 Abs. 1 u.a. als Rechtsinstitut der Privatautonomie, eine marktwirtschaftliche gegenüber einer zentralverwaltungswirtschaftlichen Privatrechtsordnung. Rein sozialistische Politik steht dazu im Widerspruch, denn z.B. die Mietpreisbremse und der sicher in Ballungszentren kommende und notwendige Mietendeckel schränken die freie Verfügung über Eigentum innerhalb des geldpolitischen Rahmens ein, Mindestlöhne greifen in die Vertragsfreiheit ein, und auch Grundrente und Grundsicherung sind sozialistisch gefärbte sozialstaatliche Gesetzgebungen.

Die sich der Politik stellenden Aufgaben sind vielfältig und umso schwieriger bewältigbar, je länger die übrigen Zinsarten außer der Geldmarktzinsen die Gesamtproblematik der Zunahme der Ungleichheit verschärfen. Zu den drängendsten Problemfeldern zählen wahrscheinlich:

Die Eingriffe in die Privatautonomie der Eigentümer von Kapital nehmen am Ende des Kapitalismus zum Schutz der Privatautonomie und Würde der Besitzer, Nutzer, Lohnabhängigen und Mittellosen erwartungsgemäß zu. Sie sind grundgesetzlich notwendig, denn die kapitalistische Marktwirtschaft hat erfolgreich versagt! Den für die obersten Bevölkerungsschichten (10-15%) wohl schmerzhaftesten Eingriff in die Eigentumsrechte stellen die negativen Zinsen auf Guthaben dar, denn mit dem Verschwinden des positiven Vorzeichens bei den Geldmarktzinsen verschwindet, wenigstens bei reinen Geldvermögenden, die Lebensgrundlage: seit etwa 2012 können zunehmend immer weniger Geldvermögende allein von den Zinsen auf ihre Ersparnisse leben.

Wut und Verzweiflung brauchen irgendein Ventil. Vor dem Hintergrund der sozialen Probleme denke ich, dass die Entscheidung der SPD-Mitglieder für Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans verständlich, logisch und zum jetzigen Stand des Wissens der Parteiangehörigen sinnvoll und notwendig ist, um den inneren Frieden der Partei zu wahren und um dem Wähler eine altbekannte Alternative zu kapitalistisch-marktwirtschaftlicher Politik zu bieten. Die Leute glauben irrtümlich, dass Marktwirtschaft zwingend mit dem Kapitalismus verknüpft ist, weil sie den Handel mit Verfügungsrechten an Sachen zur Wirtschaft zählen und nicht sauber zwischen Leihwirtschaft (»Nominalwirtschaft«) und Realwirtschaft trennen. Würde man sich mehr Zeit nehmen (können), würde man bemerken, dass es ein logisches Gegenteil der kapitalistischen Marktwirtschaft gibt, das wiederum eine Marktwirtschaft ist, jedoch eben eine antikapitalistische.

Kapitalismus ist der Handel mit Verfügungsrechten an Sachen. Die Preise der Verfügungsrechte heißen Zinsen.

Es gibt also, wie ich immer wieder betone, im Wesentlichen zwei Alternativen zum Kapitalismus: eine (sozialistische) Zentralverwaltungswirtschaft, bzw. eine gegenüber der kapitalistischen sehr eingeschränkte Martwirtschaft mit rigider Kapitalverkehrskontrolle (das Wort suggeriert es schon: Kapitalismus ist Sex mit toten Sachen) und sehr knapp um 0% gedeckelten Zinsen und Vermögenssteuern und eine bisher unrealisierte Marktwirtschaft basierend auf einer umlaufgesicherten Negativzins-Ökonomie in Verbindung mit einem Vollreservesystem, die ich als tendenziell kommunistisch bezeichnen würde (Eintrag vom 15.11.2019).

Einige Aspekte eines nicht-umlaufgesicherten Mindestreserve-Systems unter einer Negativzins-Ökonomie skizzierte ich am 23.10.2018, Geldschöpfung am 22.03.2019.

Ich will nun begründen, warum ich den sich gegenwärtig entwickelnden „Neo-Sozialismus” für ein vorübergehendes Phänomen halte, das von einer anti-kapitalistischen Marktwirtschaft abgelöst werden wird. „Schuld” daran sind die oben genannten komplexen Spätfolgen des Kapitalismus, die zunehmend immer weniger sinnvoll zentralstaatlich und sequentiell reguliert werden können, ohne dabei immer größere bürokratische Monster zu schaffen. Zudem hat der Verlauf der Geschichte bewiesen, dass sozialistische Systeme entweder an der Komplexität individueller sozialer Realitäten scheitern oder rigide direktionistisch, jedenfalls nicht befreiend und nicht zwingend zu eigenverantwortlichem Handeln motivierend, in die Beziehungen der Bürger hineinregieren (Eintrag vom 26.01.2018).

Peter Kruse (1955-2015) zu Netzwerken und Hierarchien.

Die These ist, dass die psychischen, sozialen und ökologischen Schäden, die die kapitalistische Marktwirtschaft erzeugt hat, von einer anti-kapitalistischen Marktwirtschaft ohne allzu rigide staatliche Korrekturen bewältigbar sind. Das zentrale Problem sind Schäden, die im Gemeinschaftssektor entstanden sind, denn die Bewältigung solcher Schäden liegt nicht allein im Interesse des Einzelnen. Wenn das Ganze mehr sein soll als die Summe seiner Teile, dann macht es Sinn, die Unversehrtheit, Integrität und Würde des Einzelnen, seine Fähigkeiten und die Entfaltung seiner Persönlichkeit zu fördern.

Zusammenspiel von Geld-, Finanz- und Fiskalpolitik

Eine der Nebenwirkungen negativer Kreditzinsen wird sein, dass alle anderen Zinsarten, also Mietzinsen, Pachtzinsen, Leih-, Nutzungs- und Lizenzgebühren auf marktwirtschaftlichem Weg bei geeigneter Rahmengesetzgebung mit der Zeit langsam verschwinden (Vergemeinschaftung von Kapital), doch werden das nur Begleiterscheinungen noch sehr viel elementarerer Veränderungen sein.

Die bedeutsamste und wohl am heftigsten umkämpfte Veränderung, die die Umkehr des Vorzeichens bei den nominalen Geldmarktzinsen für Guthaben und bei Krediten bewirken wird, ist das Umkippen des Machtverhältnisses zwischen Leihkapitalgebern (im Kapitalismus die Anbieter von Leihkapital) und Leihkapitalnehmern (siehe Zinsvorzeichen und das Gleichgewicht der Bestimmung).

Doch zunächst muss noch ein Rätsel gelöst werden.

Warum verteidigen gerade kapitalophile politische Fraktionen die schwarze Null?

Verfolgt man eine der gegenwärtig zentralen Streitfragen der Politik, nämlich ob neue Schulden aufgenommen werden sollen, so fällt dabei auf, dass sich insbesondere dem Kapital nahestehende politische Fraktionen, also die AfD, die Werteunion, die Union, die FDP und Teile der SPD, u.a. auch Scholz und Geywitz, die neo-liberale, kapitalophile „Mafia” in der SPD, incl. der Seeheimer Kreis, also die sichtbare staatsseitige Oberfläche des sog. „tiefen Staates”, die Verbindung von Staat und Kapital, gegen die Aufnahme neuer Schulden aussprechen, während eher linke und grüne Politiker klar dafür einstehen, wie auch das neue Führungsduo der SPD, Esken und Walter-Borjans.

Die gewöhnliche Geldmarktmechanik würde ceteris paribus bei einem massiven Anstieg der Kreditnachfrage des Staates in Form der Emission neuer Staatsanleihen einen Anstieg der Zinsen bewirken, und damit würden Kapitalrenditen wieder steigen, zur Freude der Eigentümer und Leihgeber und zulasten der Besitzer und Leihnehmer. Unterstellt man dem Klientel und der Wählerschaft der kapitalophilen Politikfraktionen nach-wie-vor rein eigennütziges Verhalten, bzw. die Verteidigung und Wahrung ihrer Interesse und „ihres” Eigentums, so ist diese Haltung, die Verteidigung der schwarzen Null auf den ersten Blick rätselhaft.

Dieses Rätsel löst sich dadurch, dass man die Geldpolitik nicht mehr in einer passiven, den Geldmärkten folgenden und das dort konjunkturell emergierende Zinsniveau abbildenden Rolle und Funktion interpretiert, sondern in einer tatsächlich führenden, das Zinsniveau aktiv und autonom bestimmenden.

Geht man von der passiven Rolle der Zentralbank aus, dann würden die Geldmarktzinsen steigen, und das wäre im Interesse der Kapitalisten. Interpretiert man die Ankündigungen in der Geldpolitik der EZB hingegen im Rahmen einer aktiven und autonomen Rolle, so lässt sich schließen, dass die EZB im Falle eines Anstiegs der Nachfrage an den Geldmärkten die Einlagefazilität - und in der Folge die Guthabenzinsen bei den Geschäftsbanken - weiter so absenkt, dass die geldpolitischen Vorgaben zum Zinsniveau eingehalten bleiben (die im Rahmen der sog. Forward Guidance angekündigte Marschrichtung, deutsch: „Vorwärtsführung“). Erst dann ist verständlich, warum kapitalophile Politiker sich gegen die Aufnahme neuer Schulden aussprechen. Die aus der Emission neuer Staatsanleihen resultierende geldpolitische Reaktion, das Absenken der Einlagfazilität, würde zur Einhaltung ihrer geldpolitischen Vorgaben bewirken, dass das Geld an den Geldmärkten ins Angebot und über die Nachfrage gezwungen würde, so dass die Zinsen weiter sinken. Für den Fetisch der schwarzen Null bei den Kapitalophilen habe ich nur diese Erklärung parat, dass also die Kapitalophilen befürchten, die neuen Staatsschulden mit größeren Negativzinsen bezahlen zu müssen.

Wir haben hier also keine Verklemmung (einen Deadlock, eine gegenseitige Blockade) in der Koordinierung von Geld- und Finanzpolitik, sondern einen unerkannten fundamentalen Paradigmenwechsel weg von einer passiven hin zu einer aktiven Geldpolitik, der mit der (wenigstens vorübergehenden) Abkehr vom Kapitalismus zusammen fällt, so interpretiere ich die Haltung der Kapitalophilen.

Welche Möglichkeiten bietet eine Negativzins-Ökonomie für das Verhältnis von marktliberaler und zentralverwaltungswirtschaftlicher Politik?

Prozessmusterumkehr infolge der Umkehr des Vorzeichens bei den nominalen Geldmarktzinsen

Die Negativzins-Ökonomie bildet das logische Gegenstück zum Kapitalismus. Aus unterschiedlichen Gründen ist es mir unmöglich zu bestimmten, im Kapitalismus vorhersagbaren Größen, wie z.B. das Wirtschaftswachstum, genauere Vorhersagen zu machen. Rein logisch-mathematisch betrachtet bildet die Negativzins-Ökonomie die andere Hälfte des Raums monetär-ökonomischer Möglichkeiten. Dahinter steckt eine bis heute nahezu unbekannte wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Realität. Die einzig bekannte Erfahrung der Neuzeit bieten die Ereignisse in der Tiroler Kleinstadt Wörgl, in der man die Negativzins-Ökonomie 1932-1933 erfolgreich realisierte (ORF Dokumentation über das Wunder von Wörgl).

Der Raum monetär-ökonomischer (geldpolitischer) Möglichkeiten im Hinblick auf belohntes und bestraftes Verhalten im Umgang mit Geld.

Die gesamte Internetpräsenz www.tim-deutschmann.de beschäftigt sich im Wesentlichen mit Vorhersagen über die Phänomene in der jenseitigen, anderen, bisher unbetretenen Hälfte unserer Realität, doch müssen viele bekannte Texte der theologischen, philosophischen, wirtschafts-, sozialwissenschaftlichen und sozialpsychologischen Literatur im Licht der Zinsvorzeichen-Thematik und der zugrundlegenden Mechanismen betrachtet werden, incl. der Bibel und des Koran, sowie der Werke Marxens und Engels, Silvio Gesells und einiger Soziologen, darunter Niklas Luhmann. Eine grobe Übersicht über einschlägige Literatur habe ich in Zinskritik, im Eintrag vom 08.09.2019 sowie im Kapitel über die Geschichte der Idee der Negativzins-Ökonomie zusammengetragen.

Zu den bedeutendsten Veränderungen einer umlaufgesichterten Negativzins-Ökonomie in Kombination mit einem Vollreservesystem zähle ich (u.a.):

Implikationen und Möglichkeiten für Finanz- und Ordnungspolitik

Im Folgenden beschäftige ich mich mit den tiefgreifenden Veränderungen des Verhältnisses von Kapital und Staat, und, in Bezug auf Gesetzgebung, mit der Veränderung des Gleichgewichts zwischen marktliberaler und zentralverwaltungswirtschaftlicher (bzw. sozialistischer oder sozialstaatlicher) Politik.

Grundsätzlich stehen in der Ordnungspolitik einander markt- und zentralverwaltungswirtschaftliche Politiken gegenüber. Das Feld der Ordnungspolitik lässt sich nicht allein im Rahmen marktliberaler Theorien interpretieren, denn auch der Sozialismus hat eine Ordnung, jedenfalls ordnet jede Zentralverwaltung die wirtschaftlichen Verhältnisse ihrer Bürger! Die Polarität zwischen diesen Gegensätzen im Rahmen der Ordnungspolitik besteht zwischen zentralistisch-hierarchischer und dezentral-heterarchischer („organischer”) Koordinierung von Veränderungsprozessen.

Ich will hier zeigen, dass die Negativzins-Ökonomie die massiv parallele Bearbeitung der unterschiedlichen Problemlagen ermöglicht, so dass sich der Staat in seiner sozialen Verantwortung zurückziehen und sich der Politikbetrieb auf die gesetzgeberische Gestaltung der Privatrechtsordnung umstellen kann (aber nicht muss wohlgemerkt). Der für diesen Paradigmenwechsel in der Finanzwirtschaft weg von mehr Gewinn hin zu weniger Verlust möglich gewordene Politikstil ist im klassischen Sinn markt- bzw. neo-liberal, doch seine Wirkung im Verhältnis von Kapital und Arbeit ist entgegengesetzt wie im Kapitalismus.

Als unmittelbare Folge erwarte ich:

Worin bestehen die Herausforderungen?

  1. Aufhebung der Latenz durch Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung, um wieder Vertrauen in Staat, Politik, Medien und Wissenschaft und in das Funktionieren einer wirklichen freien Marktwirtschaft zu schaffen.
  2. Verzicht auf Sabotage, Aufgabe der Blockadehaltungen und Lösung von Verklemmungen in der Verwaltungstechnik und im Politikbetrieb u.a. aufgrund von „Diskursneurosen” (Auflösung von politischen und sozial-psychologischen Spaltungen), wie auch in den öffentlich-rechtlichen Medien (z.B. Eintrag vom 08.10.2019, Einhaltung des Auftrags!).
  3. Abkehr vom Neo-Sozialismus, liebe Genossen, und Umstellung auf eine sozial- und marktliberale Politik!
  4. Parallele Koordinierung der Veränderungsprozesse zwischen Staat, Zivilgesellschaft und Wirtschaft durch effektive Reflektion z.B. durch die öffentlich-rechtlichen Medien (ähnlich dem Prinzip der Botenstoffe im Gehirn und in Gesellschaften staatenbildender Insekten, siehe Luhmann-Zitat in Supplement zu 14K 7727 17 am Verwaltungsgericht Karlsruhe (pdf)).
  5. Die Schaffung von Gestaltungsfreiräumen und mehr Autonomie für Märkte, Stärkung der Privatautonomie beider Marktpartner innerhalb des geldpolitischen Rahmens.
  6. Hinsichtlich der Probleme (siehe oben) halte ich für besonders wirksam die hier aufgeführten politischen Maßnahmen.
Das Foto zeigt mich 2019 in meinem Wohnzimmer.

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