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16. Mai 2021

Gehirnablesungen zeigen psychische Krankheiten

Gestern hat mir ein Freund ein sehr interessantes Video gezeigt von einem Arzt und Psychiater, der sich über Jahrzehnte die Hirnaktivität von Menschen mit psychischen[+] Auffälligkeiten angeschaut hat. Daniel Amen beklagt, dass die heutige Psychiatrie die einzige Form der Heilkunst ist, bei der der Arzt nicht auf das kranke Organ schaut, sondern nur indirekt, nämlich durch Fragen und Antworten und Beobachtungen des Verhaltens, auf die Krankheit zurückschließt.

Was wohl wenig überrascht, ist, dass man die psychischen[+] Auffälligkeiten an veränderten Mustern der Aktivität im Gehirn ablesen kann.

Die Bilder sind teilweise schockierend, aber auch ungemein interessant.

Koevolution psychischer und sozialer Systeme

Mich hat dieses Video fasziniert, weil ich den Standpunkt von Hauptstromsoziologen kenne, dass sich psychische[+] Systeme koevolutionär mit sozialen Systemen entwickelt haben. So bilden sich bestimmte Muster in der Hirnaktivität auf bestimmte soziale Verhaltensweisen ab - und umgekehrt.

Die umgekehrte Betrachtungsweise ist für die Heilung von Menschen mit psychischen[+] Problemen wichtig. Man kann nämlich durch bestimmtes Verhalten und bestimmte soziale Beziehungen psychische[+] Krankheiten heilen. Das hat Daniel Amen festgestellt und das ist eine der bedeutendsten, nun gesicherten Erkenntnisse, die sich seit Langem in dem Bereich aufgetan haben. Verhaltenstherapie ist ja nun nichts Neues, doch hier ist nun klar der Beweis erbracht: psychische[+] Krankheiten können zu einem erstaunlichen Ausmaß geheilt werden.

Vor dem Hintergrund meiner Untersuchungen der Wirkungen der positiven Zinsen[+] habe ich natürlich meine eigenen Schlussfolgerungen gezogen. Wenn psychische Strukturen und soziale Strukturen miteinander korrelieren, dann bedeutet es logischerweise, dass der Kapitalismus[+] in unseren Hirnaktivitäten dargestellt sein muss, denn der Kapitalismus[+] hat unsere sozialen Systeme hervorgebracht. Dieses Faktum hat wichtige Folgen im Hinblick auf die Abkehr von Kapitalismus[+], also die Umkehr des Zins[+]vorzeichens: wir müssen damit rechnen, dass wir es mit massiven Veränderungen der Hirnaktivität zu tun bekommen, wenn wir diesen zentralen Mechanismus des Zivilisationsprozesses „auf den Kopf” stellen.

Auftreten von Ängsten infolge der Umkehr des Zinsvorzeichens

Ich sehe in diesem Zusammenhang vor allem unsere Ängste[+], die wie "Barrieren" wirken und somit bestimmte Muster im Gehirn unterdrücken (Vergleich zum Begriff der Neurose)! In Bezug auf die Ängste[+] gibt es unterschiedliche psychologische Schulen und Modelle[+]. Ich habe mich z.b. mit dem Modell von Fritz Riemann beschäftigt, Grundformen der Angst. Ich sehe meine schon vor Jahren geäußerte These bestätigt, dass zum Zeitpunkt der Umkehrung des Zins[+]vorzeichens vier fundamentale Ängste[+] hervortreten, die vorher durch Verhaltensanpassungen abgewehrt wurden:

Ängste versperren uns den Weg: die Cherubim

Diese vier Ängste[+] stehen uns auf dem Weg, wenn wir uns vom Kapitalismus[+] abwenden. Es sind die vier Gesichter der Cherubim[+]: ein Löwe (Markus), ein Stier (Lukas), ein Adler (Johannes) und ein Menschengesicht (Matthäus). So jedenfalls interpretiere ich den Text in der Genesis 3. Nach der Schilderung des Sündenfall[+]s heißt es:

  1. Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, dass er nur nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich!
  2. Da wies ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, dass er die Erde bebaute, von der er genommen war.
  3. Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden die Cherubim[+] mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem Baum des Lebens.
Eine Beschreibung der Cherubim[+] (Tetramorph) findet sich in Hesekiel 10. An den Cherubim[+] müssen wir vorbei, wenn wir den Kapitalismus[+] verlassen wollen. Wir müssen unsere jeweils individuellen Ängste[+] vor Hingabe und Nähe, vor Selbstwerdung und Distanz, vor Veränderung und Wandel und natürlich vor Festlegung und Notwendigkeit[+] überwinden. Dann werden wir uns von der Krankheit des Kapitalismus[+], die sich in den muss dann unserer Hirnaktivität spiegelt, lösen.
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