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01. September 2021

Nachträge

Zur Anpassung des Metabolismus' des Zivilisationsprozesses im Hinblick auf die Nachhaltigkeitzielsetzungen

Die Wirtschaftssysteme der Menschheit haben zwei autonome Teile:

Das Ziel der ökologischen Nachhaltigkeitstransformation muss die metabolische Kompatibilität und Interoperabilität des natürlichen Metabolismus' zwischen den Spezies zu bzw. mit der Menschwirtschaft sein. Im Stoffaustausch mit der Umwelt dürfen wir also nicht mehr Güter in die Umwelt freisetzen, die von den Lebewesen in ihr nicht mehr verstoffwechselt werden können. Die große Frage ist, wie man diesen Teil der Marktwirtschaft richtig abbildet, so dass der Handel mit den problematischen Gütern funktionieren kann.

Auseinandersetzung mit der Frage: Ist es ökologisch nachhaltig, wenn jetzt durch Negativzinsen der Konsum begünstigt wird und die Aufnahme von Krediten?

Meine erste Antwort lautet: "Nur bedingt" und in Bezug auf die Gegenwart eher "nein".

Aber: Man darf die Lösung der ökologischen Krise nicht gegen die Lösung der sozialen Krise stellen!

Es wird nicht anders gehen, als den Menschen im unteren Teil der Pyramide einen Teil dessen zurückzugeben, was diejenigen im oberen Teil der Pyramide ihnen genommen haben. Dieser Zugewinn an geldwerter Freiheit für die Masse der Ärmeren stellt natürlich (unbestritten!) im Hinblick auf einen bedeutenden Teil unseres Konsumverhaltens eine Bedrohung für die Lebensgrundlage dar, denn von unserem Konsum ist ja bekannt, dass er die Biomasse-Pyramide, die Nahrungskette, also den Wirtsprozess, von dem wir abhängen, schädigt.

Schichtmodell des Währungsraums mit vertikalem Zinsfluss, siehe Eintrag vom 23.04.2021.

Das Problem wird durch Lenkungsabgaben gelöst. Das ist jedoch nicht die beste Lösung für das eigentliche Problem, das wir haben, dass nämlich unser Konsum nicht nachhaltig ist. Wie schön wäre es doch, wenn alles im Sinne der Nachhaltigkeit Unbedenkliche den niedrigsten und alles Nicht-Nachhaltige den höchsten Preis bekäme, sodass man bedenkenloser konsumieren kann?

Vorschlag dazu: Wir sollten deswegen jetzt in diesem Sinne intelligente Steuern und Pfandsysteme für alle ökologisch-problematischen Güter einführen, damit wir Herr der Stoffe, Chemikalien und Güter werden, die wir in unserer „Menschwirtschaft“ produzieren. Deswegen ist ja einer meiner Gesetzesvorschläge zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft, dass wir in der Herstellung aller Güter, in jedem Produktionsschritt entlang der gesamten Lieferkette eine Melde- und Steuerpflichtigkeit aller irreversiblen Transformationen der Edukte der Produktion einführen mit dem Ziel, reversible Transformationen an Gütern, die letztendlich immer der Umwelt entnommen werden, zu begünstigen. Damit erhöht man signifikant die Wahrscheinlichkeit, dass Güter repariert werden können. Nicht mehr biologisch und ökologisch verstoffwechselbarer Abfall, der praktisch Sondermüll ist, wird stärker besteuert.

Die Negativzinsen erzwingen eine Schrumpfung und eine Dispersion vorrätig gehaltener Geldbeträge. Lokal gehalten werden können sie nur dadurch, dass sie in einem zirkulären Fluss gehalten werden. Wenn Geld aber „im Kreis” fließt, dann müssen es Güter ebenso. So entsteht aus dem kapitalistischen Impetus der Finanzstabilität die Kreislaufwirtschaft. Es werden die Kapitalisten selbst sein, die zum Zweck des Wohlstandserhalts das Geld auf möglichst geschlossene Kreisbahnen zwingen, damit möglichst wenig davon verloren geht.

Ist die sozialverträgliche Nachhaltigkeitstransformation nur in Währungsräumen mit negativen Zinsen möglich?

In Österreich hat der OGH die Negativzinsen ausgeschlossen[1]. Der deutsche BGH hat hingegen kürzlich zu 6 % Zinsen über dem Basiszinssatz auf Steuernachzahlungen entschieden, dass diese verfassungswidrig seien[2]. In Deutschland weht also ein anderer Wind, weil wir eben aus der Geschichte gelernt haben. Dazu, wie Mieter mit Hilfe von Krediten mit negativem Zins zu Hauseigentümern werden, habe ich ja schon einen Gesetzesvorschlag gemacht. Was ist denn aber jetzt schon davon zu halten, dass Hauseigentümer einen Kredit mit negativem Zins von der KfW bekommen mit der Auflage, eine Solaranlage, bestehend aus Solarthermie und Photovoltaic, auf das Dach zu bauen, die Fassade zu dämmen und eine Umwälzpumpe einzubauen? Vermietet er dann dieses Haus, dann muss er nicht die Kosten für den Kredit auf die Mieter umlegen, sondern wird noch dafür belohnt, dass er das Haus „nachhaltigkeitssaniert“. Das wäre doch was, oder?

Was ist also von Energieautonomie und Unabhängigkeit von nicht nachhaltigen Erzeugern von Energie zu halten wie esi Hermann Scheer propagierte?

Hermann Scheer propagierte lokale Energieautonomie.

Referenzen / Einzelnachweise

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