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13. Oktober 2021

Beiträge aus Mammonexitus

Ich teile einige Beiträge aus der Facebook-Gruppe Mammonexitus. Zunächst rege ich eine Diskussion über meinen Beitrag über die Umverteilung geldwerter Freiheiten und Zwänge an, dann kommentiere ich ganz kurz die politische Bewegung der Querdenker und beantworte anschließend die Frage, welcher Voraussetzungen es bedarf, dass es endlich zu den negativen Kreditzinsen kommt. Schließlich erinnere ich noch einmal daran, dass Kapitalismus und Marktwirtschaft trennbar sind und dass man (Gott sei Dank!) den Kapitalismus sehr viel einfacher abschaffen kann als die Markwirtschaft.

Wer mitkommentieren möchte, möge bitte der Gruppe Mammonexitus beitreten.

Information zu Mammonexitus

Seit 120 Jahren ist bekannt, dass die (positiven) #Zinsen das Wesentliche des Kapitalismus sind, wie man in den Werken von Georg Simmel, Max Weber, Joseph Schumpeter und anderen nachlesen kann.

Eine Abkehr vom Kapitalismus erscheint als Utopie, und trotzdem werden die niedrigen und zum Teil schon #Negativzinsen von den meisten Menschen nicht als etwas Außergewöhnliches erkannt.

Hier in dieser Gruppe geht es darum, welche jetzt bereits erwartbaren Folgen es haben wird, wenn die Zinsen auf Guthaben und bei Krediten dauerhaft negativ sind und welche Gesetze es braucht, damit diese antikapitalistische Ökonomie ihren Zweck erfüllen kann.


Gruppenregeln

Grundsätzlich sind alle Menschen, die an einer konstruktiven und nicht ideologisch geführten Diskussion über den Kausalnexus der positiven und negativen #Zinsen, also am #Kapitalismus und seinem Gegenteil, der #NegativzinsÖkonomie, dem #Kommunismus, dem #Himmelreich und der Ökonomie des #Islam, interessiert sind, willkommen.

Grundlage der Diskussionen müssen immer Fakten und gemeinhin nachvollziehbare logische Folgerungen sein.

Der Fokus der Gruppe liegt auf dem Kausalnexus der positiven und negativen #Zinsen (#Negativzinsen). Besonders interessant ist das Feld der #Ordnungspolitik mit seinen beiden Extremen #Marktwirtschaft und #Sozialismus (Zentralverwaltungswirtschaft, Planwirtschaft).

Weitere Stichpunkte: #Inflation, #Eigentum, #Vermögen, #Vermögenssteuer, #MietenwahnsinnStoppen, #Immobilienpreise, #ichbinhanna, #Pflegenotstand, #Klimawandel, #Erneuerbareenergie, #Energiewende , #Agrarwende , #Verkehrswende und #Artensterben.

Themen, die nicht begründbar mit dem Kausalnexus der Zinsen in Verbindung stehen, werden zurückgewiesen.

Ich bitte darum, dass der Tonfall der Beiträge sich an den Standards orientiert, die man aus dem Gespräch zwischen seriösen, demokratischen Politikern kennt.

Beleidigungen sind selbstverständlich zu unterlassen. Ich gebe zu bedenken, dass auch Abwertungen wie 'schwachsinnig', 'unsinnig', 'blödsinnig', 'hirnrissig' o.Ä.i.A. schon als verletzend empfunden werden.

Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (u.a. Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit, Hass und Hetze gegen Minderheiten) werden nicht geduldet.

Weiterhin werden keine Ambitionen geduldet, die die grundgesetzlich geschützte Ordnung unseres Landes (Artikel 1 - 20 Grundgesetz) in Frage stellen.

Glückauf!

An alle IlluminationsaspirantInnen!

Das hört sich vielleicht komisch an, ist aber ganz ernst gemeint. Licht ist eine Metapher für Wissen. Erleuchtete (lat. Illuminaten) haben ganz spezielles Wissen. Ein bekannter Illuminat war z.B. Goethe, denn anders hätte er niemals den Faust schreiben können. Illuminaten gibt es, seit es den Zins gibt, also schon seit über 6.000 Jahren. Schon sehr bald nach Einsetzen des Zivilisationsprozesses bildeten sich infolge der Entstehung großer Kulturen zur Koordination der Massen Priesterkasten aus, die heutigen Ökonomen. Die Priester waren damit betraut, den geführten Menschen religiöse Bilder anzubieten, um ihr kollektives Verhalten so zu steuern, dass das Ganze der Kultur möglichst mehr wurde als die Summe seiner Teile. So waren die Pharaonen Ägyptens, die altertümlichen Herrscher des Nahen Ostens und natürlich auch Mose, die Propheten des alten Testaments, Jesus, seine Jünger und natürlich Mohammed allesamt Illuminaten, denn Illuminaten kennen sich bestens mit dem Zinsmechanismus aus!

Im Umfeld der Aufklärer Europas gab es zahlreiche Illuminaten, z.B. François Quesnay, einer der Begründer der französischen Physiokratie, die Reformbewegung am Hofe Ludwig XVI., der Vorläufer des heutigen Liberalismus. Physiokratie bedeutet so etwas wie 'Körperherrschaft'. Auch und gerade die Entstehung der USA nach der Unabhängigkeitserklärung 1776 war maßgeblich von Illuminaten beeinflusst. Das Wissen der Aufklärer über die Errichtung moderner Staaten wurde schon vor der frz. Revolution 1789 über den Atlantik ausgetauscht.

Marx war hingegen kein Illuminat, eine seiner größten Schwächen.

Ein Aspirant ist ein Anwärter. Ob ein Mensch infolge des Kontakts mit dem verbotenen Wissen tatsächlich zu einem ökonomisch voll aufgeklärten Menschen wird - das Wort Aufklärung heißt auf Englisch übrigens enligthenment und das griechische Wort Apokalypsis bedeutet Offenbarung - hängt ganz davon ab, ob der betreffende Mensch das Wissen anderer Menschen zu diesem Thema nur reproduziert oder ob sie oder er es auch selbst durch eigenes Nachdenken erzeugt.

Den Freimaurern, von denen sehr viele Illuminaten sind, und den Angehörigen anderer Sekten und Geheimgesellschaften wie z.B. Skull & Bones (Bush-Clan) wird nachgesagt, dass sie sich verschworen hätten und über obskure Kanäle miteinander austauschen und koordinieren. Doch das ist eine Fiktion, denn alle Illuminaten werden nur von einer einzigen Sache geleitet: der Wahrheit über den Zinsmechanismus, die Erbsünde, den Kapitalismus oder wie auch immer man das vom Standpunkt der Naturwissenschaften aus betrachtet perverse ökonomische, eigentumsbasierte Antriebszentrum des Zivilisationsprozesses nennen will.

Wem diese religiöse Konnotation des Wissens über die Zinsen missfällt, die oder der kann sich auch einfach - wie ich - ganz nüchtern und sachlich auf eine wissenschaftliche Weise dem Kern der Sache nähern.

Folien zum Talk über Umverteilung geldwerter Freiheiten und Zwänge infolge der beiden Zinsvorzeichen

Ich teile hier die Folien eines Talks (Vortrag, Präsentation), den ich vor einigen Monaten angefertigt habe.

Zum Inhalt. Der Kerngedanke ist, dass Guthaben (positive Geldbeträge) monetäre (geldwerte) Freiheiten und Schulden (negative Geldbeträge) monetäre Zwänge sind, denn Guthabenbeträge sind ein Kontingent für alles, was man damit kaufen kann, sind also ein Freiheitsmaß, und Schuldbeträge sind Zwangsmaße. Wer Schulden nicht tilgt, bekommt Ärger mit dem Gerichtsvollzieher. Ich analysiere in dem Talk, wie infolge positiver und negativer Zinsen auf Guthaben und bei Krediten geldwerte Freiheiten und Zwänge in der Einkommens- und Vermögenspyramide umverteilt werden.

Von besonderem Interesse sind dabei die indirekten Zinszahlungen über zu niedrige Löhne, über den Zinsanteil an der Inflation und die Zinszahlungen über das Entrichten von Steuern (Zinsen auf Staatsschulden), die den meisten Menschen nicht bewusst sind und die in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur eng mit Adam Smiths Begriff von der "Unsichtbaren Hand" verknüpft sind.

Ich weise nach, dass und wie der Zinsmechanismus eine subtile, sich unterhalb der Wahrnehmungsschwelle ereignende Störung der Preisbildung an den Märkten für Arbeit, Dienstleistung und reale Güter bewirkt, die so gerichtet ist, dass positive Zinsen aller Art indirekt und systematisch über die Märkte von Fleißig zu Reich umverteilt werden - bis der Arzt kommt, ein Führer oder sonst irgendeine andere Krankheit, wie z.B. Währungsreform, Bürgerkrieg, Revolution, Krieg. Ich erkläre damit auch, dass und warum es im Kapitalismus keine bilateral (!) freien Märkte geben kann.

Außerdem zeige ich, dass Marxens Begriff von den zwei Klassen keineswegs eine fiktive Denkfigur ist, sondern ein mathematisch und soziodemographisch exakt mess- und definierbares Phänomen, nämlich die Teilung der Menschen in die am Ende des kapitalistischen Prozesses übergroße Mehrheit der NETTO Zinszahler (2021 etwa 85 % der Bevölkerung, das Proletariat, die Plebejer, wenn man will) und die kleine Minderheit der NETTO Zinsnehmer (entsprechend die Bourgeoisie, die Patrizier, 2021 etwa 15 %).

Das Ziel der Argumentation und Darstellung ist es, einen Eindruck zu vermitteln, wie sich die sozio-ökonomischen Milieus der zwei Klassen infolge der Umkehrung des Zinsvorzeichens ändern werden.

Es sei so viel gesagt: Es kommt zu einer Umkehrung der Verhältnisse!

Die Folien des Vortrags sind hier, ein Link zum YouTube-Video hier.

Ich bitte Euch höflich um Kommentierung und Widerlegung!

Sapere aude!

Querdenker und Negativzinsen

Ein Gruppenmitglied stellt mir die folgende Frage, die ich im Plenum wie folgt beantworte, weil sie extrem wichtig ist:

[XX sei über einen Querdenker - Vortrag gestolpert und frage sich, wieso da Grundeinkommen und Negativzins ins Negative gezogen werden, "Lovestorm People" würden die sich nennen. Sie finde das etwas schräg und frage sich, wieso die Klimakatastrophe u. das Artensterben dort überhaupt kein Thema sind. Der Vortragende lehne sich an The Great Reset an….

Link von der CWL Media Group über einen Vortrag von Ernst Wolff "WEFF 2021 - Tag 1 Vormittag"

Was ich davon halten würde.]

Ich beantworte diesen Teil ihrer Frage wie folgt.

Querdenker sind Querlenker, Quergelenkte, Quatsch-, Quark- und Leerdenker

Da sind alle möglichen schizoiden und paranoiden Gruppen mit dabei, wie zB Reichsbürger, Impfgegner, QAnon Anhänger, Pegidisten, III. Weg, AfD,... die zum großen Teil von Menschen angeführt werden, die gegen die Entwicklungen der Geldpolitik in den letzten 10 Jahren mobil machen, vgl. Einträge vom 03.06.2021, 10.09.2018. Der Kopf der politischen Bewegung ist die AfD. Diese Partei will in jedem Fall erreichen, und das sagt das Parteilogo, dass die Zinsen wieder steigen.

Grafik oben: Das Parteilogo der AfD zeigt das Motiv der Parteigründung. Durch politische Einflussnahme sollen die Zinsen wieder steigen. Video unten: In einer PK bekräftigen AfD Vertreter noch einmal ihre politischen Ambitionen.

Ich beschäftige mich jetzt seit 7 Jahren mit den politischen Bewegungen, die aus der Krise des Kapitalismus entstehen. Wir sehen hier am Beispiel dieser Phänomene, wie sich die Dinge in der Weimarer Republik nach der Weltwirtschaftskrise 1929 entwickelt haben müssen. Es kämpfen rechte und linke Gruppen um politischen Einfluss. Antrieb sind die sozialen Verhältnisse und die ökonomische Gesamtlage.

Es gab bis vor 2012 für einige Bevölkerungsschichten die Möglichkeit, allein von positiven Zinsen leben zu können. Das sind natürlich sehr reiche und geldvermögende Schichten. Sie mussten ihr Geld nur auf verschiedene Banken verteilen und bekamen auf dieser Grundlage ein festes Einkommen.

Der kapitalistische Prozess ist aber eben 2012 in die seit 150 Jahren verstandene Krise geraten, z.b. Marxens 'Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate' (Das Kapital, Band III, Kapitel 13) oder der Begriff der 'Sparschwemme', 1937 Alvin Hansen, Anfang der 2000er Jahre bereits Larry Summers, Ben Bernanke, Carl Christian von Weizsäcker et al, so dass für diese Bevölkerungsschichten ihre Erwerbsgrundlage wegfällt. Man kann nicht mehr von den Zinsen leben. Die Reichen werden aus ihrem perversen Paradies vertrieben.

Was diese Menschen seit jeher getan haben, wenn es zu dieser Situation kam, und das ereignete sich in der Regel nur einmal pro Generation, ist, den braunen Pöbel und Mob aufzuscheuchen und dessen Wut über die Lebensverhältnisse der braunen Basis gegen die etablierten Strukturen zu lenken. Die Querlenker (das sind die Wölfe) wissen nämlich ganz genau, in was für Lebensverhältnissen die Quergelenkten (die Schafe) leben, und können ihnen daher genau nach dem Maul reden.

So verbreiten die Querlenker Verschwörungstheorien und wiegeln die Quergelenkten gegen die nicht-monetären Eliten, die Demokratie und den Staat auf. Das Perfide an dieser Strategie ist, dass es ja gerade die kapitalistischen (monetären) Eliten sind, die da das Volk gegen die übrige, vor allem demokratische Elite aufwiegeln.

Ich gebe zwei Referenzen, an denen erkennbar ist, was das für ein Phänomen ist.

Schutz der bewusstseins- und kommunikationslatenten Struktur

Zunächst gebe ich ein Zitat von Johan Galtung, in 'Strukturelle Gewalt', eine Textpassage, die die aktuelle Situation sehr gut beschreibt, obwohl der Text von 1969 stammt. Mit struktureller Gewalt meint Johan Galtung die rechtsstaatlich abgesicherten Verhältnisse, die der Kapitalismus, also die kombinierte Wirkung von Eigentum, Zins und pacta sunt servanda, erzeugt.

Man könnte nun weiter sagen, dass, selbst wenn der eine Typ von Gewalt die manifeste Präsenz des anderen nicht voraussetzt, und zwar weder synchron noch diachron, dennoch die Möglichkeit besteht, dass manifeste strukturelle Gewalt die Voraussetzung für latente personale Gewalt ist. Wenn die Struktur in Gefahr ist, werden jene, die von der strukturellen Gewalt profitieren, vor allem diejenigen, die an der Spitze stehen, versuchen, den Status Quo aufrechtzuerhalten, der so gut geeignet ist, ihre Interessen zu schützen. Durch die Beobachtung der Aktivitäten verschiedener Gruppen und Personen in einer solchen Krisensituation, noch spezieller: durch Feststellung derer, die der Struktur zur Hilfe kommen, wird ein operationaler Test durchgeführt, der dazu benutzt werden kann, die Mitglieder der Struktur nach Maßgabe ihres Interesses an der Aufrechterhaltung der Struktur einzustufen. Das jeweilige Interesse, das in einer Zeit des ungehinderten Fortbestehens der Strukturen nicht klar erkennbar ist, tritt dann zutage, wenn es Unruhen gibt. Aber die Beobachtung muss sorgfältig sein, denn diejenigen, die an der Aufrechterhaltung des Status Quo am meisten interessiert sind, werden vielleicht nicht offen zu seiner Verteidigung eintreten: es kann sein, dass sie ihre Handlanger vorschieben. Mit anderen Worten, sie können die Polizei, die Armee, die Gangster, den Bodensatz der Gesellschaft gegen die Unruhestifter mobilisieren und in diskreter Abgeschiedenheit vom Tumult personaler Gewalt verbleiben. Und Sie können das als Extrapolation der strukturellen Gewalt tun: die Gewalt, die die Polizei ausübt, ist nach unserer Definition personale Gewalt; Polizisten werden von Erwartungen zum Handeln aufgerufen, die tief in der Struktur verwurzelt sind - es besteht keine Veranlassung anzunehmen, dass ihr tatsächliches Tun ihren Intentionen widerspricht. Sie verrichten einfach ihren Job.

Den Text muss man vorsichtig interpretieren und sich bewusst darüber sein, dass es nicht nur die bösen Eliten gibt, sondern auch die guten. Die guten sind allerdings sehr schwach. Den Politischen sind die guten Eliten ein kleiner Teil der FDP, ein kleiner Teil in der Union, der größere in der SPD, bei den Grünen und bei der hoffnungslos von Maulwürfen unterwanderten Linken. Die AfD ist allerdings ein Hort der rechten Demagogen.

Bis vor 2012 wurden die kapitalistischen Verhältnisse auch mit Polizeigewalt geschützt, wenn man z.b. ein die G20 Demonstrationen in Hamburg denkt oder an die (ungerechtfertigten) Angriffe auf die EZB. Die körperliche Gewalt entsteht aus der strukturellen Gewalt, denn das Eigentum und die rechtsstaatliche Ordnung werden geschützt.

Anmerkung dieses Zitat habe ich schon den öffentlich-rechtlichen Medien gegenüber vorgetragen. Zum Begriff der Latenz: Eintrag vom 09.10.2018.

Ein Parasit in der Gottesanbeterin

Nicht ohne Grund wird die Fangschrecke auch Gottesanbeterin genannt. Es wird leicht von einem Parasiten befallen, der den Körper selbst dann noch unter Kontrolle hat, wenn die Gottesanbeterin schon fast tot ist. Der Parasit tritt hervor, wenn die vom Parasiten kontrollierte Gottesanbeterin in das Wasser geworfen wird.

Das Video zeigt eine von einem Parasiten, einem Saitenwurm, befallene Fangschrecke („Gottesanbeterin“). Anmerkung: Das ist ein natürliches Phänomen, kein Trick.

Ich verwende es hier als Bild, das ich Dir wie folgt übersetze:

Ich habe eine Liste von diesen Typen, die den Menschen das Hirn verdrehen.

Nachtrag: Was müsste geschehen, damit die Negativzinsen effektiv eingeführt werden?

Die Entwicklung geht bereits in diese Richtung. Es ist allerdings nicht ganz einfach diesen Vorgang darzustellen, der sich gerade im Bankensystem ereignet. Ich gebe vorerst eine kurze Antwort und stelle am Ende eine Gegenfrage.

Geschäftsbanken nehmen im sog. Aktivgeschäft, die Kreditvergabe, Kreditzinsen ein und geben einen Teil an die Anleger weiter, deren Geld sie sich im sog. Passivgeschäft angeworben haben, die Sparer. Die Differenz von eingenommenen Kreditzinsen und ausgegebenen Sparzinsen (aus Sicht der Bank) heißt Zinsmarge oder auch Zinsspanne. Insgesamt sind Banken wie Zinspumpen, die Zinsen von der Seite der Kreditnehmer zur Seite der Sparer pumpen. Banken machen also alle Menschen reicher, die schon Geld haben und finanzieren zinszahlungspflichtig jene, die kein Geld haben und sich welches borgen müssen.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts gibt es das Prinzip der Zentralbank, eine Erfindung von J.P. Morgan. Zentralbanken sind nichts anderes als Banken für Banken. Der Sparzins der Geschäftsbanken für das Konto bei der Zentralbank heißt Einlagefazilität. Der Kreditzins der Geschäftsbanken für Kredite von der Zentralbank heißt (Haupt-) Refinanzierungszins. Einlagefazilität und Refinanzierungszins sind die wichtigsten beiden Leitzinsen.

Stark vereinfachte Darstellung des Bankensystems.

2012 hat die Zentralbank unter der Führung von Mario Draghi damit begonnen, die Einlagefazilität in den negativen Bereich abzusenken. Geschäftsbanken, die über Nacht Kundengelder bei der Zentralbank einlegen, müssen seitdem für die Einlagen „Strafzinsen“ zahlen, wobei die Benennung „Strafzins“ von den Ideologen des Kapitalismus stammt. Ich fasse (umgekehrt) positive Zinsen als Strafe für Arme auf.

Seit 2012 ist es also so, dass alle Geschäftsbanken für Sparguthaben von Kunden „Strafzinsen“ an die Zentralbank abführen müssen, sodass die Sparzinsen auf Null gesunken sind. Die Geschäftsbanken könnten dieses Problem dadurch umgehen, dass sie die Kundeneinlagen einfach als Kredite auf der Aktivseite herausgeben. Sie könnten also die negative Einlagefazilität dadurch vermeiden, dass sie Kredite mit leicht niedrigeren Negativzins über das Aktivgeschäft herausgeben.

Das tun sie aber nicht. Warum tun sie das nicht?

Differenzierung von Marktwirtschaft, Kapitalismus und Neoliberalismus

Da es in den Gesprächen immer wieder geschieht, dass Leute behaupten, es gäbe nur die Wahl zwischen Marktwirtschaft oder Sozialismus und dass man die Marktwirtschaft aufgeben müsse, weil sie nicht mehr funktioniere, erläutere ich hier die Unterschiede zwischen Marktwirtschaft, Neoliberalismus und Kapitalismus. Die Begriffe unterscheiden sich allein schon voneinander, weil sie unterschiedlichen Kategorien angehören. Sie können also nicht identisch sein.

Ich fasse es kurz so zusammen:

Völlig richtig ist, dass die Marktwirtschaft versagt hat, denn wir brauchen Mindestlöhne, Mietendeckel und haben eine Grundsicherung. Außerdem brauchen wir eine Grundrente, weil private Vorsorge nicht mehr funktioniert. "Die Marktwirtschaft hat erfolgreich versagt" würde Joseph Schumpeter in Anlehnung an seinen Begriff der schöpferischen Zerstörung sagen. Warum das so ist, ist eine der Grundfragen der Gruppe Mammonexit.

Was jedoch viele Menschen völlig falsch einschätzen ist, ob man sich zugunsten eines neuen Sozialismus (Zentralverwaltungswirtschaft, Planwirtschaft) "einfach so" von der Marktwirtschaft trennen kann. Die Antwort lautet ganz klar 'Nein', denn das Wesentliche der Marktwirtschaft ist die sogenannte Privatautonomie, die aus Artikel 2 Absatz 1, die freie Entfaltung der Persönlichkeit, die allgemeine Handlungsfreiheit, abgeleitet ist. Hinter Privatautonomie verbirgt sich u.a. freie Verfügung über Eigentum, Vertragsfreiheit, Assoziationsfreiheit, Eheschließungsfreiheit und Testierfreiheit.

Die oben genannten Eingriffe in die Marktwirtschaft sind letztendlich Eingriffe in die allgemeine Handlungsfreiheit, speziell in die Vertragsfreiheit und die Verfügung über Eigentum, denn ein Mindestlohn ist ein Eingriff in die Preisgestaltung bei den Arbeitsverträgen und Mietendeckel sind Eingriffe in die Preisgestaltung bei Mietverträgen und in die freie Verfügung über Eigentum an Wohnraum.

In dem Artikel erläutere ich genau, dass der Kapitalismus nur ein Teil der Marktwirtschaft ist, von dem man sich trennen kann, ohne die ganze Marktwirtschaft aufgeben zu müssen. Speziell ziele ich auf die Begründung der Aussage ab, dass es eine antikapitalistische Marktwirtschaft gibt, die allerdings erst in unserem Jahrhundert aufgrund des Fortschritts in der Geld-Technologie zugängig geworden ist und noch nie in dieser Größenordnung realisiert wurde. Die Marktwirtschaft ist nämlich durch das Grundgesetz abgesichert, der Kapitalismus, also das Zinsnehmen, jedoch nicht, wie auch der Staatsrechtler Paul Kirchhof feststellt, Eintrag vom 28.08.2021!

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